Technik

Technik der Bildausgabe

Für die Ausgabe von digitalen Aufnahmen oder Bilderzeugnissen gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von technischen Möglichkeiten. Man kann aber zwei grundsätzliche Verfahren unterscheiden:


Belichtung und Druck

Bei der Belichtung handelt es sich um eine Technik bei der die Bildpunkte mittels Laser oder LCDs auf ein lichtempfindliches Fotopapier belichtet werden (daher der Name). Anschließend wird das belichtete Papier entwickelt, fixiert, stabilisiert und getrocknet. 
Belichtet wird mit einer Auflösung von 300 bzw. 400 dpi (bei uns 400 dpi). Im Gegensatz zum Druck werden die Bildinformationen in RGB aufgelöst. D.H. Der Laser oder die LCD-Leiste belichten in einer bestimmten Reihenfolge die roten, die grünen und die blauen Bildpunkte (nicht zwingend in dieser Reihenfolge). Alle anderen Farben werde aus einer Mischung dieser Grundfarben erzeugt.
Weil es sich um eine additive Mischung handelt (alle Grundfarben zusammen ergeben weiß, nicht schwarz wie bei der subtraktiven Mischung) ist der Farbraum (die Summe aller möglichen Farbabstufungen) bei belichteten Bildern größer als bei gedruckten Bildern. Das trifft allerdings nur in der Theorie zu, wie wir in der Folge noch sehen werden.
Die erste Einschränkung erfolgt durch das Fotopapier. Wenn wir hier von „Fotopapier“ sprechen, meinen wir klassisches, lichtempfindliches Papier, das belichtet und entwickelt werden muss. „Echtes“ Fotopapier hat jedoch technisch bedingte Einschränkungen in der Farbwiedergabe. Das ruht nicht zuletzt daher, dass es sich bei den Farben auf dem Papierbild nicht um echte Pigmente handelt, sondern um sog. Dyes also chemische Verbindungen die erst beim Entwickeln erzeugt werden.
Dieser „Mangel“ schränkt den größeren Farbraum etwas ein.

Die zweite Möglichkeit, digitale Bilder auszugeben ist der Druck.
Es gibt inzwischen unzählige Verfahren, die jeweils für verschiedene Zwecke entwickelt wurden: Pigmentdruck, Dye-Druck, Thermosublimationsdruck, Geldruck, uvm.
Wir wollen hier zunächst über Druck im generellen und später über die Druckverfahren sprechen, die für die Fotografie im Allgemeinen wichtig sind.

Alle Drucker arbeiten mit dem Farbraum CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key oder Schwarz). Das bedeutet, dass die Farben des Originalbildes, welches im Farbraum RGB generiert wird, in CMYK umgewandelt werden müssen. Diese Umwandlung wird Separation genannt. Leider gibt es keinen allgemeingültigen Standard für diese Umwandlung. D.h. Die Farben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz sind nicht genormt. Die Folge ist einfach zu erraten: je nach Tinte oder Pigment und Druckerkombination ergibt ein und dasselbe Bild unterschiedliche Ergebnisse. Im Offset-Druck behilft man sich mit entsprechenden Standards (Toyo, Euroscala, Japan Color, usw.), die eine gewisse Definition der Farben vorgeben.

Bei Druckern für die Einzelbildausgabe (wie z.B. Desktopdrucker) wird hier ein Umweg eingeschlagen: der Druckertreiber nimmt die zu druckenden Bilder im RGB-Modus an und wandelt diese anschließend mit Hilfe eines eigenen Algorithmus in die entsprechenden Druckfarben um. Das ist auch deshalb notwendig, weil inzwischen ein Großteil der Farbdrucker mit mehr als vier Farben arbeitet und damit die Definitionen für die standardisierten Separationen in CMYK nicht mehr passen würden.
Exakt an diesem Punkt ergibt sich die Überlegenheit der Drucksysteme der neuesten Generation gegenüber dem belichteten Bild.

Indem problematisch darzustellende Farben wie Hellmagenta oder Hellcyan mit eigenen Pigmenten gedruckt werden, können die bis Dato mit den konventionellen Ausbelichtungsverfahren nicht darstellbaren Farben auf diese Weise gedruckt werden (z. B. leuchtendes Rosa, UHU-Gelb oder Grasgrün).

Die Druckauflösung beträgt in der Regel 1200 bis 2400 dpi (je Druckfarbe 300 oder 400 dpi) entspricht also ziemlich genau der Ausgabeauflösung bei Belichtern.


Wir fassen zusammen:

Bilder können entweder belichtet oder gedruckt werden. Jedes dieser Verfahren hat seine Existenzberechtigung und ist, je nach Anwendungsgebiet geeigneter als das jeweils andere.

Druck oder Belichtung: Vor- und Nachteile:

Belichtete Bilder sind deutlich billiger als gedruckte. Das liegt, unter anderem, daran, dass die Preise für Tinte (solange es sich um hochwertige Originalpigmente handelt) und Papiere noch deutlich über denen von „echten“ Fotopapieren liegt. Selbst wenn man hier noch die Entwicklungs- und Entsorgungskosten hinzu rechnet. Zum Anderen erreichen Drucker nicht annähernd die Ausgabegeschwindigkeit von Belichtungsmaschinen.
Vorausgesetzt dass bei beiden Verfahren professionelles Material zum Einsatz kommt, sind die neuen Drylabs, also Tintenstrahldrucker besser in der Wiedergabequalität. Auch in Bezug auf die Haltbarkeit sind gedruckte Bilder (vorausgesetzt, es handelt sich um Pigmentdrucke, nicht Dye oder Thermosublimation wie bei vielen Enduser-Geräten) den belichteten Bildern überlegen (Quelle: http://www.wilhelm-research.com/epson/index.html).

Was also nehmen?

Folgende Überlegungen sollten dabei hilfreich sein:

Wie groß soll das Bild werden? Ab dem Format 30x45 cm gibt es kaum Alternativen zum gedruckten Bild. Nur noch wenige Labore verfügen über Belichter, die größer belichten können.

Ist der Preis des Bildes entscheidend für meinen Auftrag? Ist es der Fall, kommen Sie nicht um die Belichtung herum. Alle preiswerten Bilder sind Belichtungen. Drucke bis zum Format 20x30 sind in der Regel 30% bis 50% teurer.

Ist die Bildqualität für mich entscheidend? Dann fahren Sie im Allgemeinen besser mit dem gedruckten Bild; vor allem dann, wenn es sich um lebhafte, intensive Farben handelt. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: bei Hauttönen werden sie kaum einen Unterschied zwischen beiden Verfahren feststellen können. Bei Studio-Portraits, Kindergarten- oder Schulfotografie sind die Unterschiede beider Verfahren in der Regel nicht so deutlich.

xPressLAB hat beide Verfahren bis einschließlich Größe 30x45 cm im Angebot.

Also klassisch belichtet oder Green Line gedruckt? Sie haben die Wahl!